Gastbeitrag von David Weiß
Am Montagabend heulten um 18:48 Uhr in Heubach und Uttrichshausen die Sirenen auf. Grund für den Alarm, der laut André Grießbach, Einsatzleiter der Feuerwehr Kalbach, bereits gegen 18:45 Uhr einging, war eine groß angelegte Rettungsübung der Freiwilligen Feuerwehren beider Orte.
Das realitätsnahe Szenario im Bereich „Brüderblick“ in Uttrichshausen simulierte einen schweren Verkehrsunfall bei Baumfällarbeiten.
Ein extra für diesen Zweck bereitgestelltes Schrottauto war dabei gegen einen fallenden Stamm in einen Graben gefahren, wobei der genaue Unfallhergang im Rahmen der Übung noch ermittelt werden musste.
Unter der Einsatzleitung von Grießbach waren rund 30 Einsatzkräfte vor Ort gefordert. Die Lage entwickelte sich im weiteren Verlauf äußerst dynamisch: Während die ursprüngliche Alarmierung von nur einer eingeklemmten Person ausging, stellte sich am Einsatzort schnell heraus, dass sich zwei Verletzte im Fahrzeug befanden.
Dies machte die umgehende Nachforderung weiterer Rettungsdienste erforderlich. Die beiden Insassen konnten innerhalb von 38 Minuten nach der Alarmierung aus dem Autowrack befreit und notärztlich versorgt werden.
Später wurde zudem eine dritte verletzte Person am Straßenrand entdeckt, für die ebenfalls ein separates Rettungsfahrzeug angefordert werden musste. Insgesamt galt es somit, zwei Schwer- und einen Leichtverletzten zu versorgen.
Beide Feuerwehren waren mit jeweils zwei Einsatzfahrzeugen angerückt, medizinisch unterstützt wurden sie unter anderem durch Rettungswagen und Einsatzkräfte der Malteser.
Um die Einsatzkräfte gezielt an ihre Grenzen zu bringen, wurde bei der Übung besonderer Wert auf Realismus gelegt. Die Verletzten wurden von aktiven Theaterschauspielern gemimt, die mit täuschend echt aussehenden tiefen Beinwunden und stark blutenden Kopfverletzungen ausgestattet waren.
Durch lautes Schreien sorgten sie für eine zusätzliche Anspannung, was Einsatzleiter Grießbach jedoch mit seiner Erfahrung einordnete: „Wer als Verletzter noch schreit, dem geht es verhältnismäßig gut.“
Den Darstellern ging es während des gesamten Einsatzes gesundheitlich gut. Eine der Verletzten-Darstellerinnen scherzte im
Anschluss: „Das einzige Problem war am Ende, ich hatte Sorge durch das Schreien, dass ich meine Stimme verlieren werde.“
Trotz des drastischen und unschönen Anblicks des gestellten Unfalls konnten alle beteiligten Rettungskräfte nach Abschluss der Übung mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.



















